U.S.S. Friendship

Das erste Schiff. Ein Projekt aus Herz, Humor und Gemeinschaft.

Am 3. Juni 1998 glitt die U.S.S. Friendship zum ersten Mal ins Licht. Es war ein Tag, der weniger von militärischer Strenge geprägt war als von leiser Zuversicht. Während andere Schiffe mit Macht und Geschwindigkeit beeindrucken sollten, stand die Friendship für etwas anderes: für Verbindung, Vertrauen und die Überzeugung, dass Zusammenarbeit die stärkste Waffe ist, die ein Verband besitzen kann. Ihr Stapellauf markierte den Beginn einer Ära, in der Diplomatie und Forschung nicht als Nebenschauplätze galten, sondern als Kernaufgaben. Die Friendship wurde nicht gebaut, um Grenzen zu verschieben – sondern um Brücken zu schlagen.

Das erste Schiff des Verbandes

Die U.S.S. Friendship war nicht einfach ein Projekt unter vielen. Sie war das erste Schiff überhaupt – der Anfang des Verbandes, der Ursprung einer Gemeinschaft, die später so viele Geschichten, Ideen und Welten hervorbringen sollte. Bevor es Strukturen gab, bevor es Regeln gab, bevor es überhaupt ein Konzept von „Verband“ gab, gab es die Friendship.

Sie war der erste Schritt. Der erste Versuch. Der erste Ort, an dem Menschen zusammenkamen, um gemeinsam etwas zu erschaffen, das größer war als sie selbst. Dass dieses erste Schiff aus einem Chat heraus entstand, aus Spaß, aus Spontaneität, macht es nur noch bedeutender. Die Friendship war der Beweis, dass man kein großes System braucht, um etwas zu beginnen – nur Menschen, die Lust haben, gemeinsam zu spielen.

Ursprung in einem Chat – Ein Spaßprojekt wird lebendig

Die U.S.S. Friendship entstand nicht in einer Werft, die von Strategen und Admirälen überwacht wurde. Sie wurde geboren in einem Chatfenster – aus einer spontanen Idee, einem Lachen, einem „Warum eigentlich nicht?“. Am Anfang stand kein Auftrag, keine Vorgabe, keine große Vision. Am Anfang stand Spaß.

Eine Gruppe von Usern, verbunden durch Neugier, Kreativität und den Wunsch, gemeinsam etwas zu erschaffen, formte die Friendship zu einem Projekt, das größer wurde als seine Anfänge. Was als lockeres Experiment begann, entwickelte sich zu einem Schiff, das Werte verkörpert, die man nicht konstruieren kann: Leichtigkeit, Gemeinschaft, Offenheit.

Die Kelly‑Music‑Waffe – Humor als Antriebssystem

Die frühen Jahre der Friendship waren geprägt von einer Leichtigkeit, die man in offiziellen Archiven selten findet. Während andere Schiffe mit taktischen Systemen und wissenschaftlichen Instrumenten aufgerüstet wurden, brachte die Friendship etwas völlig anderes hervor: Kreativität.

Als die Kelly Family Ende der 1990er ihren Höhenflug hatte, kam jemand im Chat auf die Idee, eine „Kelly‑Music‑Waffe“ einzuführen – halb Scherz, halb Running Gag, und doch ein Symbol für das, was die Friendship ausmachte. Sie wurde nie als ernsthaftes System verstanden, aber sie wurde zu einem Sinnbild: Die Friendship war ein Schiff, das nicht aus Pflicht entstand, sondern aus Freude.

Die Purschenschleuder – Ein Artefakt der frühen Ära

Zu den legendären Erfindungen der frühen Friendship‑Zeit gehörte zweifellos die Purschenschleuder. Niemand weiß heute mehr genau, wer sie zuerst vorgeschlagen hat – oder warum. Aber das spielte damals keine Rolle. Die Friendship war ein Ort, an dem Ideen nicht nach Realismus bewertet wurden, sondern nach dem Spaß, den sie auslösten.

Die Purschenschleuder war ein Paradebeispiel dafür: ein völlig absurdes, herrlich übertriebenes „Bordgerät“, das in keinem technischen Handbuch der Welt existieren dürfte. Und doch war sie ein fester Bestandteil der gemeinsamen Fantasie.

Die erste Mission – Tennisbälle für Wimbledon Prime

Die erste offizielle Mission der U.S.S. Friendship war alles andere als heroisch. Keine Rettungsaktion, keine diplomatische Krise, kein Erstkontakt. Stattdessen erhielt die frisch gegründete Crew den Auftrag, eine Lieferung Tennisbälle nach Wimbledon Prime zu transportieren – einem Planeten, der seinen gesamten kulturellen Kalender um ein interstellares Tennisturnier herum organisiert.

Für andere Schiffe wäre ein solcher Auftrag kaum der Rede wert gewesen. Für die Friendship war er perfekt. Er spiegelte genau das wider, was dieses Schiff ausmachte: Leichtigkeit, Humor und die Bereitschaft, selbst die unscheinbarsten Aufgaben mit Begeisterung anzugehen.

Ein kleines Defiant‑Schiff – Enge, Nähe, Kreativität

Die U.S.S. Friendship war – trotz ihres Namens – kein großer Diplomatie‑Kreuzer. Sie war eine kleine Defiant, kompakt, wendig und eigentlich dafür gebaut, sich in Gefechten zu behaupten. Doch auf der Friendship wurde diese Rolle nie wirklich ernst genommen.

Die Enge des Schiffes führte dazu, dass die Crew eng zusammenrückte – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Aus der Defiant‑Struktur entstand ein Schiff, das viel zu ernst wirkte für das, was die Crew daraus machte: ein Zuhause für Improvisation, Humor und Gemeinschaft.

Zehn Jahre Leichtigkeit

Über fast ein Jahrzehnt hinweg blieb die Friendship das, was sie von Anfang an gewesen war: ein lebendiges, chaotisches, herzliches Spaßprojekt. Die Kelly‑Music‑Waffe, die Purschenschleuder, die Tennisball‑Lieferung – all diese Ideen waren keine Ausreißer, sondern Alltag.

Es war eine Ära, die man nicht planen konnte – und die man nicht wiederholen kann. Aber sie hat die Friendship zu dem gemacht, was sie heute ist.

Der Reboot – Die Friendship‑A

Nach rund zehn Jahren kam der Moment für einen Neuanfang. Die Community entschied, der Friendship eine zweite Chance zu geben – diesmal offiziell. In einer gemeinsamen Abstimmung wurde die neue Schiffsklasse festgelegt: die Sovereign‑Klasse.

Die Friendship‑A war größer, reifer, strukturierter. Ein Schiff, das ernst genommen werden konnte, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Ein würdiger Neustart – doch die Welt hatte sich verändert.

Das langsame Verstummen

So lebendig die Friendship‑A begann, so leise wurde es später. Nicht aus Frust, sondern aus Leben: Die alten Hasen wurden älter, bekamen Kinder, wechselten Jobs, fanden neue Hobbys. Neue Leute kamen kaum nach. Und ohne frisches Star Trek fehlte der Funke, der früher so viele angezogen hatte.

Die Friendship wurde nicht aufgegeben. Sie wurde einfach… weniger.

Ein Schiff des Erbes

Heute existiert die Friendship nicht mehr als aktives Schiff. Aber sie ist auch nicht verschwunden. Sie lebt weiter – als Teil des Erbes, das den Verband geprägt hat.

Die Friendship steht für eine Zeit, in der Kreativität wichtiger war als Struktur, in der Gemeinschaft wichtiger war als Kontinuität und in der ein Projekt nicht durch Regeln, sondern durch Freude zusammengehalten wurde.

Sie ist ein Symbol für Herz, Leidenschaft und Nähe. Ein Kapitel, das man nicht vergisst. Ein Schiff, das im Erbe weiterlebt.